SHODO in der Karate-Abteilung des SWO
Ulrich Heinemann
Warum mal nicht etwas komplett anderes machen als nur „Karate“?
Meine eher spontane Reaktion: ausprobieren. Und ich war nicht der Einzige, der Fraukes Einladung in unser Dojo folgte.
Insgesamt waren wir eine nette Gruppe von 16 Personen, die unter der Anleitung von Yukiyo die ersten Schritte wagten. Hilfreiche Hände hatten ein kleines Büfett vorbereitet, die Tische wurden mit Zeitungspapier abgedeckt, Pinsel und Farbbehälter bereitgestellt, und es konnte „losgehen!“
Nur: Was ist SHODO?! ~ Der Weg der Schriftkunst ~
Was ist SHODO?

„Shodo ist eine der ältesten und eine der am tiefsten verwurzelten traditionellen Kunstformen in Japan. Sie entwickelte sich im 5. Jh. n. Chr. und wird in Japan bis heute hoch geschätzt. Während ihrer über 3000 Jahre alten Geschichte hat die Welt der Kalligraphie viele verschiedene kalligraphische Stile und Ausdrucksformen entwickelt.
Shodo ist sowohl auf der künstlerischen als auch auf der ästhetischen Ebene eine sehr angesehene Kunst. Die tiefgreifende Schönheit von Shodo entsteht durch verschiedene Schreibtechniken, die gekennzeichnet sind durch einen fließenden Pinselstrich und – was ganz wesentlich ist – durch innere Ruhe und spirituelle/seelische/geistige Konzentration.
Nun ist SHODO ein japanisches Wort, das oft als der Weg der Schriftkunst übersetzt wird. Ich aber bleibe dabei, sie als ‚Die Kunst der traditionellen japanischen Kalligraphie‘ zu bezeichnen. SHODO wird im Japanischen mit zwei Kanji-Zeichen geschrieben:
- SHO 書 – Schreiben, Schrift
- DO 道 – Der Pfad, der Weg oder das Tao
SHODO ist eine Kunst, die getrennt von allen anderen kreativen Künsten gesehen werden kann, und unterscheidet sich von ihnen darin, dass ihr Fokus und Schwerpunkt auf ihre Einfachheit, ihre Schönheit und vor allem auf die Verbindung von Körper und Geist gesetzt wird.“
Quelle: shodokalligraphie.com
Wie und womit fängt man an?
Zuerst einmal die Haltung des Pinsels: nicht wie beim Schreiben eines Textes, sondern senkrecht und etwa 45 Grad geneigt.
Also fingen wir mit einfachen Übungen an, z. B. eine gerade Linie ziehen: Hört sich einfacher an, als es ist. Dann unterschiedliche Dicken, man braucht eine verdammt ruhige Hand dafür. Und am Ende kein KIAI!

Dann ging es an die ersten Kanji-Zeichen. Frauke hatte vorher eine Abfrage gemacht, welche Worte wir denn schreiben möchten, dazu die Zeichen für unsere Vornamen, die bzw. der sollte dann auch mit auf die „Zeichnung“.
Yukiyo hatte alles genau vorbereitet, hier z. B. mein Vorname, die einzelnen Zeichen und in welcher Reihenfolge zu zeichnen ist.

Dasselbe für die ausgesuchten Wörter, hier z. B. Karate-Do: oben rechts Kara, darunter Te und oben links Do.

Die einzelnen Zahlen geben die Reihenfolge der „Striche“ vor. Mit etwas Geschick konnte man alle drei untereinander schreiben und den eigenen Vornamen links daneben. Das hat aber ein bisschen gedauert, man brauchte mehr als einen Anlauf. Anfänger halt – aber motiviert.
Hier ein Blick in unsere Gruppe:

Hier die Rückmeldung eines unserer Teilnehmer, dem kann ich mich nur anschließen:
„Moin in die Gruppe. Ein schöner Shodo-Lehrgang ist vorbei. Herzlichen Dank an alle, die das organisiert haben, und an Frauke für Kaffee und Kuchen etc. Besonderen Dank an Yukiyo für diese neue Erfahrung, die wir kennenlernen durften … hat echt Freude gemacht. ⛩️🙏🥋 Oss.“
Wer selbst mal einen Blick in die Anfänge werfen will: hier ein Shodo-Video.
Vielleicht gibt es ja mal eine Fortsetzung. Herzlichen Dank an Yukiyo und Frauke für diesen Nachmittag.
Ulrich